Buergerverein Walddoerfer e.V.

Bürgerverein Walddörfer e.V.

Dialog mit Bürgern

Der “Dialog mit Bürgen” bietet aus Sicht der Bürgervereins eine Initiative, um die vielfältigen Interessen, Wünsche und kritischen Anmerkungen der Volksdorfer auf allen Ebenen untereinander und mit der Verwaltung anzusprechen und ggf. in die politischen Ebenen vom Bürgerverein oder gemeinsam mit anderen Interessengruppen einzubringen.

Die hierzu vom Bürgerverein geplanten Termine und Berichte werden zukünftig auf dieser Seite angeboten.


Termine 2017

Termin,
Ankündigung ggf. Bericht

Thema

Ansprechpartner/
Ort der Veranstaltung

Veranstaltung am
27. Juni, 18.00 Uhr

zum Bericht

Aktuelle Themen in und um Volksdorf

Manfred R. Heinz
040 /603 85 03
Räucherkate,
Claus-Ferck-Str. 43 / Ecke Lerchenberg



Dialog mit Bürgern am 27.06.2017

Trotz der relativ kurzfristigen Ankündigung über Flyer und Medien (Volksdorfer Zeitung, Waldhorn) und auch trotz des guten Wetters war die Räucherkate voll von interessierten Mitbürgern. Gäste waren Thilo Kleinbauer (MdHB) und Niels Hanßen, ehemals selbst aktiv als Regionalpolitiker tätig und Ansprechpartner des „Initiativen – Netzwerk Runder Tisch Walddörfer“.

                   Manfred R. Heinz, Vorsitzender des Bürgervereins, moderierte die Veranstaltung 

Manfred R. Heinz, Vorsitzender des Bürgervereins, moderierte die Veranstaltung und zeichnete gleich einige Problemfelder auf: verstärkter Zuzug von Neubürgern (Stichwort: Verdichtung und Grünflächen-Entzug), Fahrradverkehr im Ort, Kundenzentrum, Mittwoch-Wochenmarkt, Stadt- und Ortsplanung. Insbesondere der vom Bezirksamt vorgesehene Fortfall des Kundenzentrums bewegt die Menschen in Volksdorf und in den Walddörfern.

Das Kundenzentrum bzw. die Schließung des Kundenzentrums war auch das zentrale Thema des Abends. Immerhin leben in Volksdorf besonders viele ältere und behinderte Mitbürger. Diese Gruppe ist in erheblichem Maß betroffen. Das Bürgerbegehren wurde nach der neuen Bezirksab-stimmungsdurchführungsverordnung - BezAbstDurchfVO - abgelehnt; ein Widerspruch war erfolglos. Deshalb wurden, um politischen Druck zu erzeugen, Unterschriften der Bürger gesammelt: Rd. 8.000 kamen zustande. Das Bezirksamt reagierte bisher mit dem Angebot eines „mobilen“ Kundenzentrums in der Bücherhalle (neu: in der Eulenkrugpassage/Mein Viertel), und zwar für 1 Tag pro Woche. Der Bürgerverein vertritt die Ansicht, dass es mindestens 2 Tage mit Verlässlichkeit, d.h. keine Ausfälle und genügend Personal, sein müssen.

Eine neue Tendenz zeichnet sich in der Grundstückspolitik des Senats ab. Die Stadt will diverse Immobilien verkaufen (z.B. die Räucherkate, das weiße Gebäude am Markt usw.), und zwar an die Sprinkenhof AG, die immerhin der Stadt gehört. Die Sprinkenhof AG wiederum muss für den Kauf Gelder am Markt aufnehmen. Die Träger sozialer Einrichtungen werden es an den Mieten merken, da diese mit erheblicher Sicherheit zur Finanzierung der Kaufsumme erhöht werden. Betroffen sind hiervon letztlich die Bürger. Thilo Kleinbauer bezeichnet dies mit Linke-Tasche-Rechte-Tasche-Politik, die dazu führt, dass soziale Träger stärker belastet werden.

Der Mittwoch-Wochenmarkt leidet seit Geraumen an Besucher- und damit auch an Händlerschwund. Die Händler bleiben weg, weil sie bei deutlich geringeren Umsätzen das Gleiche an Gebühren wie am Sonnabend zahlen müssen. Und: Trotz hoher Gebühren sind die Infrastruktureinrichtungen, insbesondere die Stromaggregate und die Beleuchtung, desolat. Die Händler fordern von der Stadt Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen. Siegfried Stockhecke brachte das Thema auf den Punkt: Der Umgang der Stadt mit den Händlern ist nicht fair. Der Markt ist ein Kommunikationstreffpunkt und für ein vernünftiges Gemeinwesen unerlässlich.

Das Thema der verdichteten Bauweise und auch der Umwandlung von Grünflächen in Bauland wurde angerissen. Die Parole von der „wachsenden Stadt“ kann durchaus kritisch gesehen werden. Denn: Müssen wir unbedingt wachsen? Und: Warum müssen wir wachsen? Wo soll noch gebaut werden? Vieles geht zu Lasten der Natur und führt dazu (siehe Buchenkamp), dass das Landschaftsschutzgebiet als Bauerwartungsland betrachtet wird. Irgendwann erkennen wir unsere Walddörfer nicht wieder, irgendwann sind dann auch die Walddörfer nicht mehr lebenswert. Hier setzt NABU an und versucht, eine Volksinitiative mit dem Ziel eines Volksentscheids zu starten. Man merkte es den Teilnehmern an bzw. hörte aus den Beiträgen heraus, dass viele diese Angelegenheit sehr nachdenklich und restriktiv sehen.

„Das Stadtteilfest 2017 ist gerettet“, konnte Manfred Heinz mitteilen, und zwar trotz erheblicher und steigender Auflagen seitens der Behörden. Er hatte das Fest in den letzten Jahren organisiert. Als Veranstalter tritt nunmehr der Bürgerverein auf; Jens Eickmeier, Betreiber des Kletterwaldes im Volksdorfer Wald, organisiert es. Es bleibt alles beim alten mit Ausnahmen: Der Party-Truck entfällt, und es gibt nur eine große Bühne. Durch den Wegfall des Party-Trucks sehen die Sicherheitsmaßnahmen deutlich lockerer aus. Voraussichtlich wird Senator Horch, der vom Verein De Spieker zum diesjährigen „Waldherrn“ ernannt wurde, das Fest eröffnen.

Verkaufsoffene Sonntage wird es in diesem Jahr in Volksdorf nicht geben, da diese nur dann genehmigt werden, wenn parallel eine wichtige kulturelle Veranstaltung durchgeführt wird. Es reicht nicht, dass verkaufsoffene Sonntage beliebt sind und Mengen an Kunden bzw. Besuchern auch von Außerhalb anziehen. Da die kulturelle Komponente fehlt, gibt es 2017 keinen verkaufsoffenen Sonntag in Volksdorf.

Angesprochen wurde, wie zu erwarten war, auch das Thema der öffentlichen Parkplätze und der P+R-Häuser. Die beiden P+R-Häuser in Volksdorf und Meiendorf stehen weit-gehend leer, seitdem das Parken dort gebührenpflichtig ist. Auf der anderen Seite hat der Verkehr im Ortskern zugenommen. Zudem stehen einige Parkplätze nur noch eingeschränkt (z.B. vor der Post) zur Verfügung. Auch für das Auftanken von E-Autos sind Plätze entzogen worden, wobei diese kaum genutzt werden. Die Folgen sind spürbar: Ortskern und Umgebung sind vollgeparkt, Parkplätze sind Mangelware. Parkplatzsuchende fahren ihre Dauerrunden.

Auch die öffentlichen Toiletten wurden angesprochen. Diese sind in Volksdorf ohnehin Mangelware; das Thema wird durch die Verlegung der Bücherhalle, die eine Toilette öffentlich zugänglich hält, in die Eulenkrugpassage/Mein Viertel drängender. Außerdem wird die Bücherhalle selber am bisherigen Standort gut frequentiert. Die Befürchtung ist, dass die Anziehungskraft der Weißen Rose weiter schwindet und Umsatzeinbußen für die Geschäfte im Ortskern drohen. Zu befürchten ist auch, dass die Attraktivität der Bücherhalle am neuen Standort abnimmt.

Zur Frage der Perspektive und Ziele des Bürgervereins erklärte Manfred Heinz, dass die Bürgervereine es lange versäumt haben, Nachwuchs zu werben. Nichtsdestoweniger sind sie notwendiger denn je, als parteiungebundene Institutionen die Interessen der Bürger zu reflektieren, zu kanalisieren, zu vertreten und auch durchzusetzen. Das hat der Bürgerverein Walddörfer mehrfach unter Beweis gestellt.

Wiederholt wurde von den Teilnehmern die Notwendigkeit dieser Veranstaltung bestätigt und der Bürgerverein ermutigt, weitere Abende als Dialog mit Bürger zu veranstalten. Siegfried Stockhecke brachte es auf den Punkt: “Diese Veranstaltung ist eine kleine Sternstunde für den Bürger.“

Weitere Themen waren Waldhaus, Erhalt St. Gabriel, Ehrenämter usw. Ende der Veranstaltung war um 20.00 Uhr. (Werner Wendt)               


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